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09.06.2022, 09:30 Uhr | Christian Becker
Eichenprozessionsspinner – Info der Nachbarschaft II (F 824 2022)

Auf die Frage Nr. 116 vom 10.06.2021, welche Möglichkeiten der Magistrat sieht, die Anwohnerinnen und Anwohner der durch das Insektizid Dipel ES besprühten Flächen direkt zu informieren, antwortete der Magistrat, dass zukünftig auch die Anwohnerschaft mit Wurfsendungen über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt wird. Auch bei dem diesjährigen Besprühen des Stadtwaldes unterblieb eine Information der Anwohnerschaft. Dies wurde dann für das kommende Jahr zugesichert.


Daher frage ich den Magistrat:

Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat, die Anwohnerinnen und Anwohner der betroffenen Flächen im Jahr 2023 direkt zu informieren?

 

Es antwortete StR‘n Heilig:

Durch den Klimawandel breitet sich der wärmeliebende Eichenprozessionsspinner in Deutschland immer weiter aus. In Frankfurt und in der Rhein-Main-Region sind er und seine Nester seit vielen Jahren ein Problem. Der Kontakt mit den feinen Brennhaaren der grauen Raupen kann Hautausschläge hervorrufen. Auch die Atemwege können gereizt werden und im Extremfall zum allergischen Schock führen. Sogar das Berühren von Nestern der Eichenprozessionsspinner ist gefährlich: Auch nach Verpuppung der Larven bleiben die giftigen Brennhaare dort und können bei Kontakt weiter Reizungen verursachen.

Das Besprühen der Eichenkronen ist ein wirksamer Schutz gegen die Ausbreitung der Raupen und für die Bevölkerung unbedenklich. Das Grünflächenamt setzt ein biologisches Präparat ein, dessen Wirkstoff seit mehr als 30 Jahren in Deutschland auch zur großflächigen Schnakenbekämpfung in der Rheinebene erfolgreich ist und im Erdboden natürlich vorkommt. Seit über 15 Jahren wird das Präparat in Frankfurt gegen den Eichenprozessionsspinner eingesetzt. Schädliche Auswirkungen dieses Mittels auf die Gesundheit von Mensch und Tier und den übrigen Naturhaushalt sind nicht bekannt.

Der Magistrat bedauert, dass auch in diesem Jahr auf großräumige Wurfsendungen zur Information der Öffentlichkeit verzichtet wurde. Der besprühende Helikopter fliegt über eine große Strecke der Stadtrandlage zum Stadtwald und besprüht diverse Eichenbestände. Der Flugzeitpunkt ist sowohl abhängig von der Blattgröße der Eichen als auch von den Witterungsbedingungen. Diese Faktoren lassen eine belastbare Vorplanung des Helikopterflugs nicht zu, die jedoch erforderlich wären, um entsprechendes Informationsmaterial zu drucken und zu verteilen.

Dem berechtigten Ansinnen nach zeitnaher Informationen über die Besprühung wurde in diesem Jahr durch eine erweiterte Öffentlichkeitsarbeit Rechnung getragen. Neben dem jährlich stattfindenden Pressetermin wurden die Flugzeiten in den Verkehrsnachrichten der größten Radiosender durchgesagt und der zuständige Abteilungsleiter der Grünflächenunterhaltung gab unmittelbar vor der Besprühung bei der Fernsehsendung „Alle Wetter“ ein Interview zum Thema Eichenprozessionsspinner und wies in diesem Rahmen auf die anstehende Besprühung hin. Es gab zu dem eine Pressemitteilung, die von zahlreichen Tageszeitungen veröffentlicht wurde.

Für nächstes Jahr wird der Magistrat die Möglichkeit prüfen, darüber hinaus bestimmte Zielgruppen wie zum Beispiel den Ortsbeirat oder Reitbetriebe im Stadtgebiet gesondert zu informieren.